Comprehensive reading plan (365 days) | Elberfeder bibel 1905 | Tag 146
29 Mai 2020
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Tag 145 Tag 146Tag 147

Hiob kapitel 16

1
Und Hiob antwortete und sprach:
2
Ich habe vieles dergleichen gehört; leidige Tröster seid ihr alle!
3
Hat es ein Ende mit den windigen Worten? oder was reizt dich, daß du antwortest?
4
Auch ich könnte reden wie ihr. Wenn eure Seele an der Stelle meiner Seele wäre, könnte ich Worte wider euch zusammenreihen, und mein Haupt über euch schütteln;
5
ich wollte euch stärken mit meinem Munde, und das Beileid meiner Lippen würde euch Linderung bringen.
6
Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gehemmt; und unterlasse ich es, nicht weicht er von mir. (Eig. was weicht von mir)
7
Ja, bereits hat er (d. h. Gott) mich erschöpft; -du hast meinen ganzen Hausstand verwüstet.
8
Und du hast mich zusammenschrumpfen lassen, (And. üb.: mich gepackt) zum Zeugen ward es; und meine Abmagerung tritt wider mich auf, sie zeugt mir ins Angesicht.
9
Sein Zorn hat mich zerfleischt und verfolgt, er hat mit seinen Zähnen wider mich geknirscht; als mein Feind schärft er seine Augen wider mich.
10
Ihr Maul haben sie wider mich aufgesperrt, mit Hohn meine Backen geschlagen; allzumal verstärken sie sich wider mich.
11
Gott (El) gab mich preis dem Ungerechten, (O. an Buben; wie Kap. 19,18) und in die Hände der Gesetzlosen stürzte er mich.
12
Ich war in Ruhe, und er hat mich zerrüttelt, und er packte mich beim Nacken und zerschmetterte mich; und er stellte mich hin sich zur Zielscheibe.
13
Seine Schützen umringten mich, er spaltete meine Nieren ohne Schonung; er schüttete meine Galle zur Erde.
14
Er durchbrach mich, Bruch auf Bruch; (O. Bresche auf Bresche; (wie bei einer Mauer)) er rannte wider mich, wie ein Held.
15
Ich habe Sacktuch über meine Haut genäht, und mit Staub mein Horn besudelt.
16
Mein Angesicht glüht (O. ist überrot) vom Weinen, und auf meinen Wimpern ist der Schatten des Todes, -
17
obwohl keine Gewalttat in meinen Händen, und mein Gebet lauter ist.
18
Erde, bedecke nicht mein Blut, und für mein Geschrei sei kein Platz!
19
Sogar jetzt, siehe, im Himmel ist mein Zeuge, und der mir Zeugnis gibt, in den Höhen.
20
Meine Freunde sind meine Spötter: zu Gott tränt mein Auge,
21
daß er schiedsrichterlich entscheide Gott gegenüber (O. gegen Gott) für einen Mann, und für einen Menschensohn hinsichtlich seines Freundes. (Viell. ist zu l.: und zwischen einem Menschen und seinem Freunde)
22
Denn die zählbaren Jahre gehen vorüber, und ich werde einen Weg dahingehen, auf dem ich nicht wiederkehren werde.

Hiob kapitel 17

1
Mein Geist ist verstört, meine Tage erlöschen, die Gräber sind für mich.
2
Sind nicht Spöttereien um mich her, und muß nicht mein Auge weilen auf ihren Beleidigungen?
3
Setze doch ein, leiste Bürgschaft für mich bei dir selbst! wer ist es sonst, der in meine Hand einschlagen wird?
4
Denn ihre Herzen hast du der Einsicht verschlossen; darum wirst du ihnen nicht die Oberhand geben.
5
Wenn einer die Freunde zur Beute ausbietet, so werden die Augen seiner Kinder verschmachten.
6
Und er hat mich hingestellt zum Sprichwort der Völker, (O. der Leute; wie Kap. 12,2) und ich bin zum Anspeien ins Angesicht.
7
Und mein Auge ist trübe geworden vor Gram, und wie der Schatten sind alle meine Glieder.
8
Die Aufrichtigen werden sich hierüber entsetzen, und der Schuldlose wird aufgebracht werden über (O. wird sich erheben wider) den Ruchlosen.
9
Doch der Gerechte wird an seinem Wege festhalten, und der an Händen Reine wird an Stärke zunehmen.
10
Aber ihr alle, kommet nur wieder heran! und einen Weisen werde ich nicht unter euch finden.
11
Meine Tage sind vorüber, zerrissen sind meine Pläne, das Eigentum meines Herzens.
12
Die Nacht machen sie (d. h. die Freunde Hiobs) zum Tage, das Licht nahe vor lauter Finsternis.
13
Wenn ich hoffe, so ist der Scheol mein Haus, in der Finsternis bette ich mein Lager.
14
Zur Verwesung rufe ich: Du bist mein Vater! zu dem Gewürm: Meine Mutter und meine Schwester!
15
Wo denn also ist meine Hoffnung? ja, meine Hoffnung, wer wird sie schauen?
16
Sie fährt hinab zu den Riegeln des Scheols, wenn wir miteinander im Staube Ruhe haben. (W. wenn allzumal (od. zugleich) im Staube Ruhe)

Hiob kapitel 18

1
Und Bildad, der Schuchiter, antwortete und sprach:
2
Wie lange wollt ihr auf Worte Jagd machen? Werdet verständig, und hernach wollen wir reden!
3
Warum werden wir dem Vieh gleich geachtet, sind dumm in euren Augen?
4
Du, der sich selbst zerfleischt in seinem Zorn, soll um deinetwillen die Erde verlassen werden, und ein Fels wegrücken von seiner Stelle?
5
Doch das Licht der Gesetzlosen wird erlöschen, und nicht leuchten wird die Flamme seines Feuers.
6
Das Licht wird finster in seinem Zelte, und seine Lampe erlischt über ihm.
7
Die Schritte seiner Kraft werden eingeengt werden, und sein Ratschlag wird ihn stürzen.
8
Denn durch seine eigenen Füße wird er ins Netz getrieben, und auf Fallgittern wird er einherwandeln.
9
Der Fallstrick wird seine Ferse erfassen, die Schlinge ihn ergreifen.
10
Sein Garn ist verborgen in der Erde, und seine Falle auf dem Pfade.
11
Schrecken ängstigen ihn ringsum und scheuchen ihn auf Schritt und Tritt.
12
Seine Kraft wird aufgezehrt werden durch Hunger, (O. Sein Unheil hungert ihm nach) und das Verderben steht bereit an seiner Seite. (O. zu seinem Falle)
13
Der Erstgeborene des Todes wird fressen die Glieder seines Leibes, (W. seiner Haut) seine Glieder wird er fressen.
14
Seine Zuversicht wird hinweggerissen werden aus seinem Zelte, und es wird ihn forttreiben zu dem König der Schrecken.
15
Was nicht sein ist, wird in seinem Zelte wohnen, auf seine Wohnstätte wird Schwefel gestreut werden.
16
Unten werden seine Wurzeln verdorren, und oben wird sein Gezweig verwelken.
17
Sein Gedächtnis verschwindet von der Erde, und auf der Fläche des Landes hat er keinen Namen.
18
Man wird ihn aus dem Licht in die Finsternis stoßen, und aus der Welt ihn verjagen.
19
Er wird keinen Sohn und keinen Nachkommen (Eig. keinen Sproß und keinen Schoß) haben unter seinem Volke, noch wird ein Entronnener in seinen Wohnsitzen sein.
20
Über seinen Tag entsetzen sich die im Westen Wohnenden, und die im Osten (And. üb.: entsetzen sich die Nachkommen, und die Vorfahren usw.) erfaßt Schauder. -
21
Ja, so sind die Wohnungen des Ungerechten, und so ist die Stätte dessen, der Gott (El) nicht kennt.

Tagesvers

Römer 15:2Ein jeder von uns gefalle dem Nächsten zum Guten, zur Erbauung.